„Architekt und Grafikkünstler …
...das steht auf meiner Visitenkarte; tatsächlich bin ich ebenso sehr Grafikkünstler wie Architekt und ebenso sehr Architekt wie bildender Künstler; ich zeichne nicht einfach nur Häuser, Brücken und allerlei seltsame Bauwerke, sondern errichte sie auf dem Papier, weil ich weiß, wie sie funktionieren. Dann erzähle ich Geschichten und Märchen und benutze meinen Stift, um jeden Winkel der Städte zu durchstreifen, die ich erschaffe.
Das Thema meiner Zeichnungen ist Budapest und die Stadt im Allgemeinen, die Metropole. Aus der Vogelperspektive oder verstrickt im surreal organischen Dschungel aus Ziegeln und Eisen – manchmal verspielt, manchmal ironisch, meist in Schwarz-Weiß, gelegentlich farbenfroh. Wenn die Menschen eine Stadt oder ein Gebäude verlassen, erobert die Natur es langsam zurück. Doch was wäre, wenn alles umgekehrt geschähe und verlassene Städte, Eisenstreben, Ziegelschornsteine und Rohrleitungen zum Leben erwachten und sich mit lebenden Organismen vermischten?
Das Genre, in dem meine Werke entstehen: Mixed Media; Feder und Tusche auf Papier. Anschließend verändere ich das ursprüngliche Design, interpretiere es mit einem digitalen Stift neu und fertige schließlich Drucke an.
Béla Magyar ist ein ungarischer Architekt, Grafiker und Designer.
Er wurde in Miskolc geboren und stammt aus der Stadt, die einst die Hochburg der Schwerindustrie in Ungarn war. Die zerfallenden alten Industriegebäude sind verblassende Erinnerungen, die den surrealistischen Stadtlandschaften zusätzliche Details verleihen …
Seine treue Liebe gilt der Metropole Budapest. Seit seiner frühen Kindheit lebt er dort, und seine persönliche Entwicklung als Künstler und Designer ist eng mit der Verwandlung der Stadt verbunden. Sein Verständnis und seine Kenntnis der Details und verborgenen Winkel der Metropole sind zu einem Teil seiner selbst und seiner Arbeit geworden.
Béla schloss 1981 sein Architekturstudium an der Technischen Universität Budapest ab.
Er begann auf Baustellen zu arbeiten und lernte dabei, wie etwas von Grund auf entsteht.
Anschließend gründete er seinen eigenen Verlag, in dem er Handbücher für Fachleute im Bereich Corporate Identity herausgab.
1986–87 arbeitete er außerdem in Australien als Architekturillustrator.
Seit 1990 arbeitet er in seinem eigenen Grafikstudio.
Seine Leidenschaft für das Zeichnen und Malen begann in der Highschool, inspiriert von der surrealistischen Fantasiewelt, insbesondere von Max Ernst, Paul Delvaux, René Magritte, Giorgio de Chirico und Salvador Dali.
Die ersten Feder- und Tuscheillustrationen entstanden während seines Universitätsstudiums.
Diese ersten Zeichnungen wie „The Station“ oder „When Nature Strikes Back …“ begründeten seinen Stil – sehr detaillierte, fein ausgearbeitete Linienführung. Béla arbeitete bis zum Beginn des digitalen Zeitalters mit dem technischen Zeichenstift der Architekten (Rapidograph).
1979–1986 – Feder- und Tuschezeichnungen. Vorwiegend schwarz-weiße Feder- und Tuschezeichnungen
werden mit einem Rapidographen angefertigt und sind von den Bildern der Filme von Andrei Tarkowski (z. B. „Stalker“) sowie den absurden Gedanken von Luis Buñuel inspiriert. Surrealistische Fantasiestadtlandschaften mit ausufernden Rohrleitungen, wie Bäume wachsenden Schornsteinen, gefährlichen Brücken, zerfallenden, verfallenden Industriegebäuden und Menschen aus Ziegelsteinen und Baustahl – die digitale Buchstaben-Pasta essen …
1989 – Vogelschaukarten. Beginnend mit Budapest wurden die üppigen, surrealen Träume durch Vogelschauansichten tatsächlicher Städte ersetzt – sie wirken wie Illustrationen aus Kindergeschichten. Budapest, Ungarn, Szentendre – diese großformatigen Illustrationen (das Original von Budapest ist mehr als 2 Meter lang) sind kartenähnliche Stadtansichten, jedoch keine maßstabsgetreuen Karten. Sie verkörpern das Wesen, die Essenz der Stadt: eine Vogelschauansicht durch die Augen des Künstlers. Als Architekt konstruierte Béla die Gebäude und Brücken, anstatt sie einfach zu skizzieren. Die Gebäude stehen ebenso fest wie die tatsächlichen Bauwerke, denn er weiß, was unter den Dächern der Häuser geschieht.
Béla erzählt mit seinen Tuschelinien, Häusern, Gebäuden, Bussen und U-Bahnen Geschichten über die Stadt, die heute nicht mehr zu sehen sind – sie wurden vor langer Zeit zugeschüttet, abgerissen oder neu gebaut.
Im Gegensatz zur vereinfachten, gesichtslosen, stereotypen visuellen Erfahrung von Computereffekten
bieten seine Vogelschaukarten unzählige Dinge, die man stunden-, wochen- oder sogar monatelang entdecken und bestaunen kann.
Sie regen im Betrachter Fragen an; sie wecken Interesse und den Wunsch, das in den Bildern dargestellte Leben zu entdecken.
Die Vogelschaukarten wurden mit einem technischen Zeichenstift auf Transparentpapier angefertigt.
Die Zeichentechnik wurde von der Schreibtechnik Gabriel García Márquez’ inspiriert – heute arbeitet der Künstler weiterhin freihändig, jedoch mit einem digitalen Stift auf einem Grafiktablett.
Citygraph Kunstgalerie – Kunst- und Souvenirläden
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Budapest – Kettenbrücke, Parlament, Burg
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Ungarn – Schwarz und Weiß
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